Rote Karte für Sonderkontrollverfahren in der Luftfracht

Untersagung des Sonderkontrollverfahrens nach dem 30.06.2019

Das Luftfahrbundesamt teil­te am 18.01.2019 mit, dass die Anwendung des Sonderkontrollverfahrens (AOM) unter Nutzung von Sprengstoffspurendetektoren (ETD-Geräte/Sniffer) nur an der Außenseite einer Sendung ab dem 30.06.2019 nicht mehr zuläs­sig ist.

Bisher besteht die Möglichkeit unter bestimm­ten Voraussetzungen ein so genann­tes Sonderkontrollverfahren zu ver­wen­den. Das ist ein ver­ein­fach­tes Verfahren bei der Frachtkontrolle, um Fracht mit wenig Aufwand zu kon­trol­lie­ren und als sicher zu dekla­rie­ren.

Diese ver­ein­fach­te Kontrolle beruht auf Ziffer 6.2.1.6 der Durchführungsverordnung DVO (EU) 2015/1998 zur Kontrolle von Luftfracht / Luftpost.

Das Sonderkontrollverfahren kommt bis­her bei Luftfrachtstücken zum Einsatz, die mit den übli­chen „geeig­ne­ten Kontrollverfahren“ nicht gut kon­trol­liert wer­den kön­nen. In der Praxis sind das zum Beispiel gro­ße Fässer mit Chemikalien, oder gro­ße Säcke / Gebinde, die beim Röntgen einen so genann­ten Dunkelalarm aus­lö­sen

Beim Sonderkontrollverfahren wird das Frachtstück nur an der Außenseite mit einem Sprengstoffspurendetektor unter­sucht. Das ist ab 30.06. nicht mehr erlaubt!

Warum wird das Sonderkontrollverfahren abge­schafft?

Im Rahmen einer vewal­tungs­in­ter­nen Überprüfung des Luftfahrt Bundesamtes wur­de fest­ge­stellt, dass die­ses Verfahren die gesetz­li­chen Anforderungen nicht erfüllt. Das Luftfahrt-Bundesamt schreibt dazu:

„Bei der Nutzung von ETD nur an der Außenseite der Sendung han­delt es sich nicht um eine ande­re geeig­ne­te Kontrollmethode. Vielmehr wird die bestehen­de Kontrollmethode ETD nur unzu­rei­chend genutzt.“

D.h. die Verwendung von ETD Geräten erfüllt nicht die Voraussetzungen für Sonderkontrollverfahren nach Ziffer 6.2.1.6 der DVO (EU) 2015 / 1998.

Das Sonderkontrollverfahren wird des­halb mit Wirkung zum 30.06.2019 ein­ge­stellt.

Der Zeitraum von Bekanntgabe des Verbots bis zum 30.06.2019 ist als Übergangsfrist gedacht, in der die betrof­fe­nen Unternehmen Ihren Versand ent­spre­chend umor­ga­ni­sie­ren kön­nen.

Welche Folgen hat das Verbot des Sonderkontrollverfahrens für den Versand der betrof­fe­nen Güter?

Relevant ist die­se Änderung für Firmen, die z.B. Chemikalien in Fässern, Granulate, wie z.B. Kunststoff oder Düngemittel in gro­ße Säcke/Gebinde ver­fül­len und ver­sen­den.

Die unmit­tel­ba­re Folge des Verbots ist, dass z.B. gro­ße Fässer und gro­ße Säcke/Gebinde, die beim Röntgen einen so genann­ten Dunkelalarm aus­lö­sen, für den Lufttransport nicht mehr als „sicher“ dekla­riert wer­den kön­nen und letzt­lich nicht mehr mit­flie­gen dür­fen.

Dies führt zu eini­gen Umständen beim Transport der Güter:

  • Die Versender die­ser Güter müs­sen von Luftversand auf Versand per Schiff umstel­len.
  • Da es sich um eine nur in Deutschland grei­fen­de Änderung han­delt, wäre ein alter­na­ti­ver Weg, die Fracht über Holland oder Frankreich auf den Luftweg zu brin­gen.
Fässer für die Frachtkontrolle im Frachtlager

Aber bei­des ist natür­lich eine gra­vie­ren­de Änderung in den Logistikprozessen der betrof­fe­nen Firmen.

Gibt es Möglichkeiten, die­sen Umstand zu ver­mei­den?

Die bes­se­re Lösung:
Die Zulassung zum „bekann­ten Versender“

Damit die betrof­fe­nen Versender wei­ter­hin ihre Luftfracht auf Passagierflugzeugen trans­por­tie­ren dür­fen, kön­nen sie eine Zulassung zum bekann­ten Versender bean­tra­gen.

Bei einem Unternehmen, das vom Luftfahrt-Bundesamt als bekann­ter Versender zuge­las­sen ist, gilt die ver­schick­te Ware „auto­ma­tisch“ als sicher und kann des­halb auf dem Luftweg trans­por­tiert wer­den.

Die Notwenigkeit zusätz­li­cher Frachtkontrollen ent­fällt. Damit ist der Wegfall des Sonderkontrollverfahrens also kein Nachteil mehr.

Der Status “bekann­ter Versender” garan­tiert Unternehmen also auch zukünf­tig einen gang­ba­ren Weg zum Luftversand der Güter. Für den Abschluss eines sol­chen Verfahrens der Zulassung als bekann­ter Versender ist ein Zeitraum von etwa drei Monaten ein­zu­pla­nen.

Sollten Sie Interesse an der Zulassung als bekann­ter Versender haben, so kön­nen Sie uns ger­ne kon­tak­tie­ren.

First Class Zollservice beglei­tet Unternehmen bei Zulassungen im Bereich Luftsicherheit und hat bereits mehr als 500 Firmen bei Zulassungen und Zertifizierungen unter­stützt. Die Erstberatung ist kos­ten­los und unver­bind­lich.

Wir haben auch die Möglichkeit bei­spiels­wei­se radio­ak­ti­ve Sendungen direkt beim Versender sicher zu machen. Sprechen Sie uns ein­fach an!